Ehre für SS-Mitglied Wernher von Braun soll bleiben?

Wernher von Braun in Peenemünde mit NS-Militärs
Wernher von Braun mit hochrangigen NS-Militärs in der Versuchsanstalt in Peenemünde Foto: Bundesarchiv, Bild 146-1978-Anh.024-03 / CC-BY-SA 3.0

Kommentar/Leserbrief von Margot Simoneit verfasst im Dezember 2014

Leserbrief zu „Ehre für SS-Mitglied soll bleiben“ und Kommentar von Peter Bierl dazu, in der Süddeutschen Zeitung Fürstenfeldbruck vom 29. Dezember 2014

So notwendig und begrüßenswert es war und ist, dass die Grüne Jugend und die Jusos es angestoßen haben, endlich auch in Fürstenfeldbruck über die hiesigen Straßennamen nachzudenken, so enttäuschend ist es, heute das ernüchternde Ergebnis der Arbeitsgruppe aus der Zeitung zu erfahren.

Laut Bericht der SZ wird von der Hälfte des Arbeitskreises mit fragwürdigen Argumenten ein Verbleib von Namen wie Wernher von Braun und Willy Messerschmidt an unseren Straßen befürwortet, allein wegen der technischen Leistungen der Beiden. Die mörderische Seite dieser „Persönlichkeiten“ möchte man da einfach ausblenden.

Dankenswerterweise hat Peter Bierl in seinem treffenden Kommentar in der gleichen Ausgabe darauf hingewiesen, dass auch mit Zusatzinformationen an den Schildern eine solche Benennung der Straßen auf jeden Fall eine Ehrung der Person bedeuten würde. Waren sich die Mitglieder des Arbeitskreises dessen nicht bewusst?

Fest steht: Das ist kein akzeptabler Umgang mit Deutschlands dunkler Vergangenheit! Wer ein Mörderregime unterstützt und befördert hat, verdient keine Ehrung!

Wer das nicht versteht, dem kann da vielleicht auch ein Blick in die Gegenwart montagabends auf Deutschlands Plätzen weiterhelfen und warnen: Der rechte Mob schläft nicht, das zeigt dort aktuell die „Pegida“-Bewegung. Wieder werden dort wie damals, wenn auch in der medialen Öffentlichkeit meistens verharmlosend verpackt, menschenverachtende Forderungen laut. Wollen wir das?

Ich, genauso wie unser Bündnis Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun! sicherlich nicht! Wie beruhigend, dass auch die Stadt Fürstenfeldbruck inzwischen in dem Bündnis vertreten ist.

Gespannt werde ich dieses Thema und die kommende Abstimmung im Stadtrat weiter verfolgen.