Die völkisch-rassistische „Identitäre Bewegung“ (IB) hat nach eigenen Angaben in Fürstenfeldbruck eine Ortsgruppe gegründet. Das gab sie am Samstag, 20. Januar 2018, auf Facebook bekannt. Die Gründungsversammlung fand in den Räumlichkeiten des Turn- und Sportvereins TuS Fürstenfeldbruck statt. Es beteiligten sich mehrere oberbayerische Kader aus dem Mangfalltal und München, u.a. Philipp Mosig. Diese dürften die Gründung wesentlich gesteuert haben. Bereits im August vergangenen Jahres kam es zu „identitären“ Schmierereien in und um Gröbenzell.[https://ffbaktiv.de/rechtsextreme-hetzblaetter-in-ffb-schmierereien-in-groebenzell/]

Die lokale SPD beschuldigte die elitäre Aktionsgruppe hinter gezielten Beschädigungen ihrer Wahlplakate zu stecken. [https://michael-schrodi.de/news/politisch-motivierter-vandalismus-schmierereien-weisen-auf-taeter-aus-rechtsextremistischem-milieu-hin/]
Mit den Schmierereien sollte auf den Youtube Kanal des österreichischen Führungskaders Martin Sellner aufmerksam gemacht werden. [https://www.kreisbote.de/lokales/fuerstenfeldbruck/landkreis-wurden-mehrere-wahlplakate-beschmiert-beschaedigt-verunstaltet-8613092.html]

Schwerpunkt „indentitärer“ Propaganda war letztes Jahr allerdings die Stadt Dachau mit einer weitaus größeren Anzahl an Propagandadelikten und gezielten Sachbeschädigungen, u.a. am selbstverwalteten JUZ Freiraum. Es ist davon auszugehen, dass Dachauer Aktivisten in die neu gegründete IB Ortsgruppe involviert sind. Dass die „Identitären“ in den Landkreis Fürstenfeldbruck ausweichen, dürfte auch antifaschistischer Gegenwehr in Dachau geschuldet sein.

Dennoch wird sich die IB künftig wohl nicht auf den Nachbarlandkreis beschränken, sondern versuchen in Ruhe ihre Reihen auch in Fürstenfeldbruck zu stärken. Genau dies gilt es aktiv zu verhindern.


„Ein Dutzend (zumeist männlicher) Akteur_innen kommt am Freitag Abend in einem Nebenzimmer des Vereinsheims des TUS Fürstenfeldbruck (Auf der Lände 1) zusammen, um auf einem „Gründungsstammtisch“ eine Fürstenfeldbrucker Ortsgruppe der extrem rechten „Identitären Bewegung“ (IB) ins Leben zu rufen. Mit dabei ist Philipp Mosig (München). Der Autor des rechten Blogs „Journalistenwatch“ tritt bei Aktionen und in Veröffentlichungen der IB Bayern immer wieder prominent in die Öffentlichkeit und wirkt zudem als Geschäftsführer einer im Handelsregister eingetragenen „Identitäre Bewegung BY UG“. Sowohl Mosig als auch die „Identitäre Bewegung Bayern“ machen die Ortsgruppengründung anschließend auf ihren jeweiligen Facebook-Profilen öffentlich.“

Quelle: Aida Archiv, 19. Januar 2018, https://www.aida-archiv.de/index.php/chronik/7452-19-januar-2018.


Vergangenes Wochenende verteilten die jugendliche Mitglieder der Identitären Bewegung Flugblätter an Haushalte in Fürstenfeldbrucker Wohngebieten (z. Bsp.: im Gebiet Maisacherstraße).

Die Identitäre Bewegung fühlt sich als „Jugend ohne Migrationshintergrund“ „nicht wehrlos“ und will „aktive Veränderungen in diesem Land“. Das ist eine deutliche Drohung, und verbunden mit rassistischem Begrifflichkeiten wie „ethnokulturelle Identität“ gegen „Masseneinwanderung“ und „Islamisierung“, aber besonders dem verschwörerischen angeblichen „großen Bevölkerungsaustausch“ zeigt sich die gefährliche, menschenverachtende Ideologie dieser Gruppierung. Sie wollen „nicht tatenlos zusehen“ und „handeln“ und fordern die Jugend  – natürlich nur die deutsche und europäische – auf, durch „Aktivismus“ und Geldspenden  „Heimat, Freiheit und Tradition“ zu verteidigen.

Quelle: „Eine Generation – Ein Schicksal – Eine letzte Chance“, Flugblatt der Identitären Bewegung, Januar 2018, https://ffbbunt.files.wordpress.com/2018/01/ib_flugblatt_januar_2018_scan_rueckseite.pdf.


screenshot_gruendung_20_jan_2018
Facebook-Posting der Identitären Bewegung Bayern zum Gründungsstammtisch. Quelle: Facebook-Seite der Identitären Bewegung Bayern; Samstag, 20. Januar 2018, 20.01 Uhr; https://www.facebook.com/IdentitaereBewegungBayern/photos/a.815400531825219.1073741829.812922455406360/1755840904447839/?type=3&theater.

Bericht in der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag, 25. Januar 2018: „Die Identitäre Bewegung gründet eine Ortsgruppe in Fürstenfeldbruck. Schauplatz ist das Gasthaus Auf der Lände. Dort haben sich die Mitglieder wohl mit einem Trick einen Raum gesichert“.
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/im-landkreis-die-rechten-formieren-sich-1.3841257
Bericht im Fürstenfeldbrucker Tagblatt vom Freitag, 26. Januar 2018: „Die Polizei nahm die Gründung gestern zur Kenntnis. Handlungsmöglichkeiten gebe es im Moment nicht. Allerdings sei man nicht begeistert …“
https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/rechtsradikale-bewegung-will-in-fuerstenfeldbruck-fuss-fassen-9559897.html


Eine Kopie des oben erwähnten Flugblattes kann zu Informationszwecken hier herunter geladen werden. Hier Herunterladen.


Eine sehr informative & detailreiche Analyse der Identitären Bewegung in Bayern kann hier aufgerufen werden [Störungsmelder Blog, Die Zeit, Mai 2017): blog.zeit.de/stoerungsmelder/2017/05/15/die-identitaere-bewegung-in-bayern_23698

 

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